Skip to main content

Bluetooth – Versionen, Geschwindigkeit, Reichweite & Co

Bluetooth ist schon eine feine Sache. Nicht umsonst ist der Funkstandard so weit verbreitet. Doch wie funktioniert Bluetooth eigentlich? Welche Unterschiede bringen die vielen Bluetooth-Versionen mit sich? Und wie schnell ist Bluetooth? Diesen und vielen weiteren Fragen gehen wir in diesem umfangreichen Beitrag genau auf den Grund. Hier bleibt keine Frage offen.

Was ist Bluetooth?

Bluetooth Logo

Das offizielle Bluetooth Logo

Bluetooth ist ein in den 1990er Jahren entwickelter Funkstandard für die kabellose Übertragung von Daten jeder Art über kurze Distanz. Im Gegensatz zu technisch komplexeren Verbindungen wie beispielsweise WLAN, ist eine Bluetooth-Verbindung sehr einfach aufgebaut. Die Bluetooth-Technologie kommt in diversen digitalen Geräten wie Smartphones, Autoradios & uvm. zum Einsatz.

Wo wird Bluetooth verwendet?

Das primäre Ziel von Bluetooth ist es, Kabelverbindungen zwischen Geräten zu ersetzen. Vor allem bei mobilen Alltagsgeräten ist das ein großer Vorteil. Vom Smartphone, über den Computer bis hin zum Toaster. In der digitalen Welt ist Bluetooth weiterhin im Vormarsch. Waren bisher nur Smartphones und einige Laptops mit dieser Technologie ausgestattet, kommt Bluetooth nun auch immer mehr in gewöhnlichen Haushaltsgeräten zum Einsatz.

Bluetooth Anwendungsbeispiele


Kaffeemaschine

Headset

Smartphone

Autoradio

Wie funktioniert Bluetooth?

Nun wird es etwas komplizierter. Im Vergleich zu WLAN und ähnlichen Technologien allerdings, ist die Funktionsweise von Bluetooth recht simple.

Jedes Bluetooth fähige Gerät verfügt über eine Sende- und eine Empfangseinheit, so wird die gegenseitige Übertragung erst ermöglicht. Außerdem hat jedes Gerät eine feste 48-stellige Identifikationsnummer. Anhand dieser einmaligen Nummer werden alle Geräte identifiziert und Verwechslungen im Netzwerk ausgeschlossen.

So arbeitet die Funkverbindung

Informationen werden über das sogenannte ISM-Band übertragen. Dieses Band hat eine Bandbreite (Frequenz) von 2,402 GHz und 2,480 GHz. Diese Frequenz ist lizenzfrei und darf weltweit zulassungsfrei verwendet werden.

WLAN-Signale, Handys oder Mikrowellenherde können Störungen verursachen wenn diese im selben Frequenzband arbeiten. Um Störungen möglichst zu vermeiden, wird ein Frequenzsprungverfahren eingesetzt. Bei diesem Verfahren wird das Frequenzband in 79 Kanäle im 1 MHz Abstand eingeteilt, die bis zu 1600 mal in der Sekunde gewechselt werden.

Fun Fact – Daher kommt der Name Bluetooth

Wie entstand der Name BluetoothDer Name entstammt einer Geschichte in der es dem dänischen König Harald Blåtand (zu deutsch Blauzahn, englisch Bluetooth) gelang, die bis dato verfeindeten Länder Dänemark und Norwegen zu vereinen.  Diese Vereinigung steht bis heute für die Verbindung zweier Geräte. Auch das Logo trägt diese Geschichte in sich. Die Buchstaben H und B wurden als altnordische Runen zusammengerückt, woraus das uns bekannte typische Bluetooth-Logo entstand.

Bluetooth Geschwindigkeit im Vergleich

Wie schnell ist Bluetooth eigentlich? Nunja das hängt natürlich von der Bluetooth Version ab. Folgende Grafik veranschaulicht die Unterschiede bei der Übertragungsgeschwindigkeit. Bluetooth Geschwindigkeit im Vergleich

Bluetooth Erweiterungen als Zusatz

Wie die Grafik zeigt, gibt es Schwankungen zwischen den Versionen (vor allem bei 3.0 HS). Das liegt daran, dass es neben den Bluetooth Classic (1.x, 2.x, 3.x, 4.x und 5) auch noch extra Erweiterungen gibt. Diese Erweiterungen sind Zusätze, welche die Classic-Variante verbessern bzw. um Funktionen erweitern können.

Bluetooth Erweiterungen im Überblick

KürzelBezeichnungAufgabeVerfügbar für Vers.
EDREnhanced Data RateErhöht die Datenübertragungsrate.2.0 / 2.1 / 5 LE
HSHighspeedErhöht die Datenübertragungsrate mit Hilfe der WLAN-Funktechnik deutlich.3.0
LELow-EnergyVerringert den Stromverbrauch deutlich. Aber auch Reichweite und Geschwindigkeit werden beeinflusst.4.0 / 4.1 / 4.2 / 5

 

Allerdings empfiehlt es sich den nachfolgenden Abschnitt über die Bluetooth Versionen genauer anzusehen, denn teilweise ist die Geschwindigkeit innerhalb einer Version unterschiedlich.

Bluetooth Versionen

Auch die Bluetooth Technologie entwickelt sich stetig weiter. So wurden seit Juli 1999 ganze 10 Bluetooth-Versionen entwickelt. Mit jeder neuen Version wurden bestehende Funktionen verbessert bzw. neue Funktionen hinzugefügt. Aktuell sind wir bei Version 5 angelangt, welche vor allem das Internet der Dinge auf eine neue Ebene katapultieren soll. Hier eine kurze Aufzählung aller Bluetooth-Versionen inkl. der Kernfunktionen, welche mit jeder neuen Version hinzu kamen oder verbessert wurden:

Bluetooth 1.0 und 1.0B

Bluetooth 1.0 Icon

Juli 1999 – Die erste Version brachte noch einige Schwächen und Sicherheitsprobleme mit sich. Die Interoperabilität von Geräten unterschiedlicher Hersteller konnte nicht immer gewährleistet werden. Außerdem stellte die Übertragung der physischen Bluetooth Geräteadresse (Bluetooth Hardware Device Address Transmission (BD_ADDR) = MAC-Adresse) eine Sicherheitslücke dar. Maximale Datenübertragungsrate: 732,2 kbit/s.

Bluetooth 1.1

Bluetooth 1.1 Icon

Februar 2001 – Etliche Fehler wurden korrigiert. Um die Auslastung des Frequenzbandes zu verbessern, wurde eine Signalstärkemessung (Received Signal Strength Indicator = RSSI) eingeführt. Zudem wurden auch unverschlüsselte Kanäle eingeführt. Die maximale Datenübertragungsrate bleibt unverändert.

Bluetooth 1.2

November 2003 – Einführung des bandbreitengespreiztes adaptives Frequenzsprungverfahren (engl. Adaptive frequency-hopping spread spectrum (AFH)), welches die Störempfindlichkeit gegenüber anderen Funkquellen wie WLAN verringert. Durch eSCO (Extended Synchronous Connections) wurde die Sprachverständlichkeit verbessert, indem korrupte Datenpakete erneut gesendet werden. Maximale Datenübertragungsrate: 1 Mbit/s.

Bluetooth 2.0 + EDR

Bluetooth 2.0 IconNovember 2004 – Durch die Einführung der Enhanced Data Rate (EDR) Technologie, wurde die Datenübertragungsrate auf theoretisch 3 Mbit/s (realistisch: 2,1 MBit/s) verdreifacht. Dabei können gleichzeitig EDR- und Nicht-EDR-Verbindungen bedient werden und ist somit abwärtskompatibel.

Allerdings sind solch hohe Datenraten nur mit einer Leistung von 1 Watt erreichbar, was nur mit stationären Geräten realisierbar ist. Akkubetriebene Geräte erreichen nur Datenraten von bis zu 1 MBit/s.

Bluetooth 2.1 + EDR (Lisbon Release)

Bluetooth 2.1 IconAugust 2007 – Das Secure Simple Pairing (SSP) wurde eingeführt, was das Pairing (Verbinden) von Bluetooth-Geräten vereinfacht und zudem die Sicherheit erhöht. Durch Extended inquiry response (EIR) werden während der Inquiry-Phase mehr Informationen über die Eigenschaften der anderen Geräte übertragen. Dies sorgt für eine bessere Filterung vor dem Verbindungsaufbau. Zusätzlich verringert Sniff Subrating die Leistungsaufnahme im Low-Power-Modus. 

Bluetooth 3.0 + HS (Seattle Release)

Bluetooth 3.0 IconApril 2009 – Ab Version 3.0 wurde Bluetooth um die L2CAP-Protokollschicht erweitert, was die Unterstützung eines zusätzlichen Highspeed (HS)-Kanals auf Basis von WLAN und UWB ermöglicht. Ohne dieses Highspeed (HS)-Kanal liegt die Datenübertragungsrate bei 3 MBit/s, unter Verwendung von WLAN steigt sie auf (theoretisch) 24 Mbit/s an. Bluetooth wird dabei nur zum Verbindungsaufbau und zur Steuerung der Verbindung verwendet.

Als Grundlage dient eine 3 Mbit/s-Funkverbindung über die Steuerdaten und Sitzungsschlüssel übertragen werden. Sollen größere Datenmengen transferiert werden, wird automatisch auf den Highspeed-Modus umgeschaltet. In diesem Modus wird auf die WLAN-Übertragungstechnik von IEEE 802.11g zurückgegriffen.

Bluetooth 3.0 + HS Grafik

Bei großen Datenmengen schaltet das Gerät automatisch auf WLAN um. | © Handygad.de

Die WLAN-Verbindung arbeitet im selben Frequenzbereich wie Bluetooth. Ein Access-Point (Router) ist hier nicht notwendig, da es sich um einen Ad-hoc-Betrieb handelt. Die Sendeleistung wird dabei an die örtliche Funksituation angepasst, sodass naheliegende WLAN-Funkzellen unbeeinträchtigt bleiben.

Bluetooth 4.0

Bluetooth 4.0 IconDezember 2009 – Erstmals ist der neue Protokollstapel Low Energy verfügbar, wodurch -wie der Name bereits vermuten lässt- Bluetooth nun über einen Energiesparmodus verfügt. Entsprechende Chips (Hardware) waren allerdings erst ab dem 4. Quartal 2010 in geringen Stückzahlen verfügbar. Im Juni 2011 kamen offizielle Bluetooth 4.0 konforme Chips auf den Markt.

Für Verbindungen mit bisherigen Standards kommt eine verbesserte Fehlerkorrektur zum Einsatz. An der Sicherheit wurde ebenfalls geschraubt. So arbeit Bluetooth ab Version 4.0 mit einer 128 Bit AES-Verschlüsselung.

Bluetooth 4.0 ist nicht zum Übertragen von großen Dateien vorgesehen und auch Sprachübertragung ist nicht möglich. Zwar liegt die Datenrate bei 1 MBit/s, doch statt kontinuierlich große Datenmengen zu übertragen, sollen Geräte nur kurz „aufwachen“, einzelne Informationen übertragen und anschließend wieder in einen Energiesparmodus wechseln.

Der Bluetooth 4.0 Standard ist abwärtskompatibel mit allen Vorgänger-Versionen.

Low Energy (LE) + Bluetooth 4.x (auch BLE genannt)

Im Gegensatz zum grundlegenden Bluetooth 4.0 Standard, ist die Spezifikation Low Energy nicht abwärtskompatibel. Dafür kann in weniger als 5 Millisekunden eine Verbindung hergestellt werden, welche sogar bis zu einer Entfernung von 100 Metern aufrechterhalten werden kann.

Der geringe Energieverbrauch kommt durch zwei Optimierungen zustande.

  • Zum einen wurde die Aufbauzeit für eine Übertragung deutlich verringert, weil während dieser Zeit der Energieverbrauch besonders hoch ist.
  • Zum anderen wurden Schlafphasen zwischen den synchronisierten Sendezyklen eingeführt.

Einsatzzweck vor allem: Wearables, Spielzeug, Fitness-Tracker, Aktoren, Sensoren, Smartphones und Smartwatches.

Low Energy-Geräte ab Bluetooth 4.0 sind ausgelegt um geringe Datenmengen in größeren Intervallen zu übertragen. Die Übertragungsrate von 400 kBit/s reicht dabei vollkommen.

Ein Low-Energy-Chip von Bluetooth 4.0 benötigt so wenig Energie, dass eine kleine Batterie mehrere Jahre ausreicht, den Chip mit Energie zu versorgen. 

Mit der Veröffentlichung von Bluetooth LE sind die Bluetooth Versionen 2.0 und 3.0 nicht veraltet, sondern sie werden für bestimmte Anwendungen um den LE-Modus ergänzt.

Bluetooth 4.1

Bluetooth 4.1 IconDezember 2013 – Das Update ist softwareorientiert und soll Bluetooth um einige verbraucherfreundliche Funktionen erweitern. Zwei große Neuerungen waren die umfassende Unterstützung für LTE-Gespräche und die Einführung eines direkten Internetzugang über IPv6 (ermöglicht deutlich mehr IP-Adressen). Nach der Veröffentlichung wurden schnell erste Geräte mit dem neuen Standard angekündigt, z.B. das Samsung Galaxy Note 4 und das Nexus 6.

Bluetooth 4.2

Bluetooth 4.2 IconDezember 2014 – Bei Version 4.2 lag der Fokus klar bei der Unterstützung des Internet der Dinge (Internet of Things – IoT). Neue Sicherheitsmaßnahmen schützen die Privatsphäre vor Beacons in der Öffentlichkeit. Die Geschwindigkeit des LE-Modus wurde im Vergleich zu 4.0/4.1 um das 2,5-fache auf rund 1 MBit/s angehoben.

Bluetooth 5

Bluetooth 5 IconJuni 2016 – In diesem Update lag der Fokus klar beim Internet der Dinge bzw. Smart-Home. Die Übertragungskapazität für Broadcasts wurde um 800% erhöht. Bluetooth 5 ist vollständig mit den Versionen 4.0, 4.1 und 4.2 kompatibel.

Bei Android-Geräten ist Android 8 (Oreo) zwingend erforderlich, um Bluetooth 5 nutzen zu können. Das bedeutet aber nicht, dass jedes Smartphone mit Android 8 auch Bluetooth 5 hat.

Low Energy (LE) + Bluetooth 5 (auch BLE genannt)

Der Low-Energy-Modus für Bluetooth 5 wurde deutlich optimiert. So liefert er mithilfe der aus Version 2.0 bekannten EDR-Technik, nun bis zu 2 MBit/s (vorher 1 MBit/s), allerdings auf Kosten der Reichweite. Wird mit 2 MBit/s übertragen, sinkt die Reichweite (im Freien) auf ca. 40 Meter. Verzichtet man jedoch auf Geschwindigkeit, kann die Reichweite deutlich erhöht werden, indem die maximale Sendeleistung von 10 mW auf 100 mW erhöht wird.

  • Im Freien von 40 auf 250 Meter.
  • Im Innenbereich von von 10 auf 40 Meter.

Denkbare Anwendungsgebiete für die Standorterfassung

Die erhöhte Reichweite ermöglicht die Lokalisierung von Gegenständen und Personen.

  • Smart-City-Infrastrukturen – Unterstützung von von Sehbehinderten.
  • Navigation in größeren Gebäudekomplexen wie Flughäfen oder Bahnhöfe.
  • Erfassung von Lagerbeständen oder Nachverfolgung von Notfalleinsätzen.
Wusstest Du schon?
Das erste Telefon mit Bluetooth-Technologie kam bereits im Jahr 2000 auf den Markt.
Bluetooth-Version herausfinden

Bluetooth Klassen & Reichweite

Die Reichweite von Bluetooth hängt neben der Sendeleistung von vielen unterschiedlichen Faktoren und Parametern ab. Da wären beispielsweise:

  • die Empfindlichkeit des Empfängers,
  • die Bauform der Sende- und Empfangsantennen,
  • Eigenschaften der Umgebung (Mauern, Bäume und andere Hindernisse)
  • und die Typen der Datenpakete mit ihren unterschiedlichen Längen und Sicherungsmechanismen.

Hier werden in verschiedenen Klassen unterschieden. Dabei gilt: Je höher die Klasse, desto geringer die Reichweite. Hier ein Überblick:

KlasseMax. LeistungReichweite
(mW)(dBm)AllgemeinIm Freien
Klasse 1100+20ca. 100mca. 100m
Klasse 22,5+4ca. 10mca. 50m
Klasse 310ca. 1mca. 10m

Die oben bereits vorgestellte Technik, bei der die Bluetooth- und die WLAN-Technologie zusammenarbeiten, kann die Reichweite noch einmal deutlich erhöhen. Bluetooth 5 hat eigene Klassen, bei denen die Reichweite auf 200 Meter verdoppelt wurde.

Bluetooth Frequenzbereiche

Bluetooth arbeitet genau wie WLAN im 2,4 GHz ISM-Band. Diese lizenzfreie Frequenz ist in unterschiedliche Regionen aufgeteilt:

RegionenFrequenzen (MHz)Anz. KanäleModulation
USA / Europa / Japan2400.0 – 2483.579FHSS / DSSS
Frankreich2446.5 – 2483.523FHSS / DSSS
Spanien2445.0 – 2475.023FHSS / DSSS

 

FHSS = Frequency Hopping Spread Spectrum.

DSSS = Direct Sequence Spread Spectrum.

Wichtige Abkürzungen und ihre Bedeutung

Ja, die Welt der IT bringt sehr viele befremdliche Begriffe mit sich. Um ein wenig Licht ins dunkle zu bringen, habe ich mal die wichtigsten Begriffe in einer Tabelle zusammengefasst und definiert.

KürzelBedeutungAufgabe
A2DPAdvanced Audio Distribution ProfileÜbermittlung von Audiodateien
AVRCPAudio Video Remote Control ProfileFernsteuerung für Audio- & Videodateien
BIPBasic Imaging ProfileÜbermittlung von Bilddateien
BPPBasic Printing ProfileDrucken
CIPCommon ISDN Access ProfileISDN-CAPI-Schnittstelle
CTPCordless Telephony ProfileKabellose Telefonie
DUNDial-up Networking ProfileInternet-Einwahlverbindung
FAXPFAX ProfileFaxen
FTPFile Transfer ProfileDateiübertragung
GAPGeneric Access ProfileZugriffsregelung
HCRPHardcopy Cable Replacement ProfileDruckanwendung
HSPHeadset ProfileSteuerung der Audiokanäle und Lautstärkeregelung
HFPHands Free ProfileKabellose Telefonie im Auto
LAPLAN Access Profile (nur Version < 1.2)PPP Netzwerkverbindung
MDPMedical Device ProfileVerschlüsselte Verbindung zwischen medizinischen Geräten
PANPersonal Area Networking ProfileNetzwerkverbindungen
SAPSIM Access ProfileZugriff auf SIM-Karte
SPPSerial Port ProfileSerielle Datenübertragung

Bluetooth & Sicherheit

Bluetooth ist weit verbreitet und zurecht sehr beliebt. Aus diesem Grund ist Bluetooth auch ein beliebtes Angriffsziel für Hacker. Sie klauen Daten, schalten Geräte ab oder aktivieren die Kamera.

Typische Angriffe auf Bluetooth-Geräte

Unsicher HackerZwar wird immer daran gearbeitet Bluetooth sicherer zu machen, doch Hacker finden immer wieder Schwachstellen, über die sie dann in das System eindringen und auf unterschiedliche Art und Weise Schaden anrichten.

#1 Bluejacking

Hierbei handelt es sich um eine Art Spam. Angreifer senden ungewollte Daten an ein Bluetooth-Gerät in der Nähe. Dahinter könnte die Absicht stecken, dem Empfänger eine versteckte Malware auf sein Gerät zu installieren.

#2 DDoS-Attacken

DDoS steht für Distributed-Denial-of-ServiceAngreifer senden innerhalb 1 Sekunde haufenweise Kontaktanfragen. Wie schnell und lange ein solcher Angriff läuft, ist unterschiedlich. Es ist theoretisch denkbar, dass ein solcher Angriff mehrere Sekunden oder gar Minuten andauert. Dadurch können sich Geräte kurzzeitig aufhängen oder komplett abstürzen.

Auf Webseiten und Server sind solche Angriffe heutzutage keine Seltenheit.

#3 Bluebugging

Bei dieser Methode erteilen Angreifer fremden Geräten Befehle, wie zum Beispiel:

  • Anrufe tätigen,
  • Textnachrichten senden und lesen,
  • Kontakte einsehen
  • oder Gespräche mithören.

Als anfällig gelten besonders Geräte der älteren Generation.

#4 Bluesnarfing

Hierbei handelt sich um einen gezielten Datendiebstahl. Der Angreifer klaut persönliche Daten wie:

  • gespeicherte Nachrichten (SMS, Whatsapp etc.),
  • Kontaktlisten
  • oder sogar Medien.

Auch hier weisen wieder besonders ältere Geräte Schwachstellen auf und sind besonders betroffen.

5 Tipps um Angriffen vorzubeugen

  1. Betriebssystem aktuell halten – Sind Updates verfügbar, installiere diese um Schwachstellen im System zu eliminieren.
  2. Bluetooth deaktivieren – Nach dem Gebrauch sollte Bluetooth immer wieder deaktiviert werden. Das sorgt nicht nicht für mehr Sicherheit, sondern schont auch den Akku.
  3. Kein Pairing mit unbekannten Geräten – Pairing-Anfragen von unbekannten Geräten auf keinen Fall annehmen.
  4. Kein Pairing in öffentlichen Bereichen – In öffentlichen Bereichen wie in der Stadt, am Flughafen oder im Kino das Pairing besser vermeiden.
  5. Unsichtbar schalten – Um ganz vorsichtig zu sein, können Bluetooth-Geräte auch unsichtbar geschaltet werden. So ist das Gerät für andere unsichtbar und nur man selbst kann Pairing-Anfragen stellen.

FAQ – Weitere häufig gestellte Fragen

Welche Bluetooth-Version hat mein Handy?

Leider bieten die meisten Geräte keine Möglichkeit, die Bluetooth-Version direkt in Erfahrung zu bringen. Also müssen wir uns anders behelfen. Die beste Möglichkeit ist es, einfach im jeweiligen Datenblatt nachzusehen. Sucht man im Internet nach beispielweise "Samsung Galaxy S9 Datenblatt", wird man schnell fündig. In diesem Fall spuckt uns das erste Ergebnis Bluetooth 5 aus.

Einige Beispiele

GerätBluetooth Version
Samsung Galaxy S74.2
Samsung Galaxy S8 / 95
HTC U12+5
Huawei P20 / P20 Pro4.2
Huawei P104.2
Huawei Mate 10 Lite4.2
Galaxy A5 (2017)4.2
Wie funktioniert das Koppeln nicht, obwohl das Gerät erkannt wird?

Manchmal werden Geräte zwar in der Suche angezeigt, doch das Pairing (Koppeln) funktioniert nicht. Eine mögliche Ursache liegt bei älteren Smartphones bis Android 5. Hier werden frühere Verbindungen in der Liste angezeigt, obwohl sich die Geräte nicht in Reichweite befinden. Ist diese Liste zu voll, kann es zu Fehlern kommen. Abhilfe schafft hier oft das Löschen alter Pairingeinträge.

Pairingeinträge löschen

Zu finden ist diese Liste ist unter Einstellungen > Bluetooth. Tippt man nun neben dem Gerät auf das Einstellungssymbol und anschließend auf "Pairing aufheben", wird ein Eintrag gelöscht.

Warum werden nicht alle Bluetooth-Geräte erkannt?

Neben der Bluetooth-Version und der verbauten Hardware, hat das Betriebssystem einen großen Einfluss auf die Funktionalität. Je standardkonformer Bluetooth in das System integriert ist, desto weniger anfällig ist es für Störungen. Hersteller wie Samsung ändern das Betriebssystem (Android) sehr stark ab, wodurch es auch zu Problemen mit der Bluetooth-Funktionalität kommen kann. So werden bestimmte Geräte einfach nicht als Bluetooth-Device erkannt.

Lässt sich die Bluetooth-Version aktualisieren?

Es währe in der Tat sehr praktisch die Bluetooth-Version einfach per Software-Update aktualisieren zu können. Durch Software-Updates können zwar kleinere Änderungen durchgeführt oder die Kompatibilität verbessert werden, doch für ein Upgrade auf die nächst höhere Version ist so leider nicht möglich. Dazu wird leider neue Hardware (Prozessor) benötigt. 

Wo liegt der Unterschied zwischen Bluetooth und WLAN?

Bluetooth nutzt zur Übertragung zwei Verfahren: Synchronous Connection Oriented (SCO) und Asynchronous Connectionless Link (ACL).

SCO dient zum übertragen von Sprache, die in festen Zeitabständen mit einer maximalen Datenrate von 64 KBit/s übertragen wird. 

ACL übersendet Daten Daten und setzt dafür voraus, dass das Gerät über Speicherplatz verfügt. 

Im Gegensatz zu WLAN beherrscht Bluetooth beide Verfahren. WLAN beherrscht nur ACL.

Mein Fazit – Was ich von Bluetooth halte

Ich muss gestehen, dass ich Bluetooth eher weniger verwende. Meine Kopfhöhrer sind kabelgebunden und Daten übertrage ich über die Cloud oder Whatsapp. Trotzdem finde ich Bluetooth eine echte Bereicherung für die IT-Welt. Immer mehr Geräte werden Bluetooth an Bord haben und sich so miteinander verbinden. Auch ich werde früher oder später bestimmt nicht mehr an Bluetooth vorbei kommen. Ich freue darauf was die Zukunft uns noch so beschert.

Eine letzte Bitte habe ich noch an dich. Die Recherche und das schreiben dieses Beitrags hat viel Zeit in Anspruch genommen. Über eine Sternebewertung oder über Unterstützung würde ich mich daher sehr freuen. Feedback, Verbesserungsvorschläge, Ergänzungen oder auch Fragen sind immer erwünscht. Hinterlasse dazu einfach ein Kommentar unter diesem Beitrag.

[Gesamt:3    Durchschnitt: 3.7/5]

Auch interessant



Keine Kommentare vorhanden


Du hast eine Frage oder eine Meinung zum Artikel? Teile sie mit uns!

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *